Reizdarm & Ursachen

Einen krankhaft gereizten Darm beruhigen

Geschätzte Lesedauer: 2 Min.

Wenn bei der Verdauung verschiedene Krankheitszeichen ohne organische oder biochemische Veränderungen erkennbar sind, handelt es sich häufig um einen Reizdarm. In Deutschland sind schätzungsweise bis zu 12 Millionen Menschen von Reizdarm betroffen, davon mehr Frauen als Männer1. Ursachen für den krankhaft gereizten Darm sind noch nicht wissenschaftlich belegt. Worauf Sie dennoch achten können und warum es hilfreich sein kann, auf bestimmte Lebensmittel bei Reizdarm zu verzichten, erfahren Sie hier.

 

Erfahren Sie hier alles Wissenswerte über Reizdarm:

  • Was ist Reizdarm?
  • Was sind häufige Ursachen für Reizdarm?
  • Wie sieht die richtige Ernährung bei Reizdarm aus?
  • Welche Lebensmittel bei Reizdarm vermeiden?

 

Was ist Reizdarm?

Reizdarm bezeichnet eine häufige funktionelle Magen-Darm-Erkrankung. Die Erkrankung weist ähnliche Symptome auf, wie andere Magen-Darm-Krankheiten. Deswegen ist es nicht einfach, Reizdarm als Ursache für Darmprobleme direkt zu identifizieren. Nachweislich sind Betroffene im Bereich des Darms schmerzempfindlicher als Menschen mit einem gesunden Verdauungstrakt. Hinzu kommt eine verstärkte und intervallartige Darmbewegung, die von Vielen als schmerzhaft empfunden wird.

Bei Reizdarm können verschiedene Symptome auftreten, wie unter anderem:

Darmflora ist bei Reizdarm aus dem Gleichgewicht

 

 

  • Bauchschmerzen und -krämpfe

  • Stuhlunregelmäßigkeiten

  • Völlegefühl

  • Übelkeit

  • Sichtbarer Blähbauch

  • Funktionsstörungen der Speiseröhre

  • Kopf- und Rückenschmerzen

  • Schlafstörungen

  • Nervosität

  • Hitzewallungen

Was sind häufige Ursachen für Reizdarm?

Für Reizdarm sind bisher keine genauen Ursachen identifiziert. Als Auslöser werden eine ballaststoffarme Ernährung und Lebensmittelunverträglichkeiten diskutiert, wissenschaftlich belegt sind diese Reizdarm-Ursachen aber nicht. Denn die Betroffenen halten sich oft mit dem Konsum von Genussmitteln und ungesunden Lebensmitteln besonders zurück.

Die Annahme, dass Reizdarm auf psychischen Stress zurückzuführen ist, ist in den Augen vieler schon wahrscheinlicher. Demnach können sich Nervosität und Angst oder Kummer negativ auf unsere Verdauung auswirken.

 

Mögliche Reizdarm-Ursachen auf einen Blick:

Wie sieht die richtige Ernährung bei Reizdarm aus?

Je nach Auslöser sollte Reizdarm auch unterschiedlich behandelt werden. Welchen Einfluss die Ernährung auf einen Reizdarm hat, kann nicht verallgemeinert werden. Doch generell kann eine diätetische Behandlung mit pflanzlicher und ballaststoffreicher Ernährung dem Verdauungstrakt gut tun. Eine geeignete Ernährung bei Reizdarm kann beispielsweise aus folgenden Lebensmitteln bestehen:

Vollkornprodukte zur Ernährung bei Reizdarm
  • Vollkornprodukte

  • Naturreis

  • Kartoffeln

  • Gemüse und Obst

  • Hülsenfrüchte

  • Kräutertee

Der krankhaft gereizte Darm überreagiert bereits bei ganz alltäglichen Vorgängen. So kann es schon bei normaler Füllung des Dickdarms zu Beschwerden kommen. Achten Sie darauf, nicht zu große Portionen zu essen. Stattdessen ist es ratsam, mehrmals über den Tag verteilt nur kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Nehmen Sie sich zudem Zeit zum Essen und kauen Sie die Nahrung ausreichend.

Bereiten Sie Ihre Speisen möglichst leicht verdaulich zu. Geeignete Zubereitungsformen bei Reizdarm sind Dünsten oder Garen, da hier auf zusätzliches Fett verzichtet wird.

Für eine optimale Darmfunktion benötigt der Körper viel Flüssigkeit. Achten Sie darauf, täglich mindestens 2 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Hier eignen sich stilles Wasser und milde Kräutertees, beispielsweise mit Fenchel oder Baldrian.

Welche Lebensmittel bei Reizdarm vermeiden?

Welche Lebensmittel bei Reizdarm Probleme bereiten, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Es muss beachtet werden, ob bestimmte Allergien oder Intoleranzen vorliegen. So kann unter anderem es beim Genuss folgender Lebensmittel zu Beschwerden:

  • Kaffee
  • Alkohol
  • Milchprodukte und frische Milch
  • Rohes Obst und Gemüse
  • Zitrusfrüchte
  • Fettreiche, gebratene oder frittierte Speisen
  • Fruktose
  • Diätetische Lebensmittel
  • Schwarzer Tee

Meiden Sie bei Reizdarm kalorienreiche Speisen und achten Sie auf einen geringen Fettanteil der Ernährung. Auch das Essen unter Zeitdruck sowie zu schnelles und nicht ausreichendes Kauen der Mahlzeiten sollte verhindert werden.

Wenn Sie auf Ihre Ernährung achten und gegebenenfalls weitere therapeutische Maßnahmen berücksichtigen, beruhigt sich der krankhaft gereizte Darm in den meisten Fällen wieder. Wir empfehlen Ihnen, bereits bei einem Verdacht auf Reizdarm einen Arzt aufzusuchen.

Quellen:

Verein für unabhängige Gesundheitsberatung: www.ugb.de (Abgerufen am 12.03.2020)

1 Infoportal des Berufsverbands Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de/ krankheiten/reizdarm/was-ist-ein-reizdarm.html (Abgerufen am 12.03.2020)

Deutsches Ernährungsberatungs- und -informationsnetz: http://www.ernaehrung.de/tipps/colon_irritabile/ (Abgerufen am 18.03.2020)

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